Impuls Ich bin da
Vorbemerkung:
Für diesen Impuls brauchst du einen Lautsprecher, um ein Lied abzuspielen.
Du brauchst auch kleine Holzstücke (z.B. Anfeuerholz) oder Papier und Filzstifte.
Außerdem wäre es schön, wenn Du die Mitte etwas gestaltest, z.B. draußen: Zu Beginn ein Feuer in einer Feuerschale entzünden, drum herum dürfen die Teilnehmer/innen Platz nehmen. Alternative für drinnen: eine Kerze in der Mitte aufstellen oder Feuerflamme durch Tücher symbolisieren.
Suche Dir noch einen zweiten Sprecher, mit dem Du den Dialog führen kannst. Vielleicht schafft ihr es sogar, den Dialog frei zu sprechen.
Gespräch:
Sprecher 1:
Kennst Du den Moment, in dem dir mal wieder alles über den Kopf wächst, ein Streit, schlechte Noten, zu viel zu tun oder Angst vor einer Prüfung? Dann auch ein Blick in die Nachrichten: Klimakrise, Konflikte, schlechte Neuigkeiten, die kein Ende nehmen… da kommt schon mal die Frage auf: Wie sollen wir das alles ertragen?
Sprecher 2:
Du sagst es, mir geht es ähnlich, es gibt viele Steine auf dem Weg und gute Gründe, pessimistisch zu sein. Doch nimm einfach mal an, wir wechseln die Perspektive und schauen, wie weit wir bisher gekommen sind. Welche Chancen in der Zukunft liegen. Überleg Dir mal, ob es in letzter Zeit nicht die eine schöne Begegnung, einen überraschenden Anruf, eine unvergessliche Zeit mit deinen Freunden gab?
Sprecher 2:
Oder eine positive Rückmeldung oder eine gute Note am Ende einer Durststrecke. Du fragst zurecht, ob die Momente auch einen Sinn haben. Ich gehe schon davon aus, denn es sind Momente, in denen wir spüren dürfen, ja, wir haben einen Grund zur Hoffnung, Momente, in denen wir der Liebe Gottes begegnen können. Wir dürfen die Perspektive, den Glauben in die Zukunft annehmen und Zuversicht in eine erfüllte Zukunft wagen.
Sprecher 1:
Das sind hoffnungsvolle Worte, vielleicht ähnelt dem die Erfahrung von Mose in folgender Geschichte etwas.
Lesung:
Ex 3, 1-14
Mose hütete die Herde seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er die Tiere durch die Wüste und kam zum Horeb, dem Berg Gottes. Da erschien ihm der Engel des HERRN in einer Feuerflamme, die aus einem Dornbusch schlug. Mose sah, dass der Busch zwar in Flammen stand, aber nicht verbrannte. „Das ist ja seltsam“, sagte er zu sich selbst. „Warum verbrennt dieser Busch nicht? Das muss ich mir näher ansehen.“ Als der HERR sah, dass Mose herankam, um es genauer zu betrachten, rief er ihn aus dem Busch heraus: „Mose! Mose!“. „Hier bin ich!“, antwortete Mose. Der HERR sagte zu ihm: „Ich habe gesehen, wie mein Volk in Ägypten unterdrückt wird. Und ich habe ihr Schreien gehört. Ich weiß, wie sehr es leidet. Ich bin gekommen, um sie aus der Gewalt der Ägypter zu retten und sie aus Ägypten zu führen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig überfließen – das Land, in dem die Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter leben. Ich habe das Schreien der Israeliten gehört und ich habe gesehen, wie sie von den Ägyptern unterdrückt werden. Nun geh, denn ich sende dich zum Pharao. Du sollst mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führen.“ Aber Mose wandte ein: „Wenn ich zu den Israeliten gehe und ihnen sage: ‘Der Gott eurer Vorfahren hat mich zu euch gesandt’, und sie mich dann fragen: ‘Wie heißt er denn?’, was soll ich ihnen dann antworten?“ Gott entgegnete: „Ich bin der Ich bin da. Sag ihnen einfach: ‘Der „Ich bin da“ hat mich zu euch gesandt.’“
Überlegung:
Gott erscheint Mose damals durch einen brennenden Dornbusch. Gott nennt sich Jahwe: „Ich bin da“. Das gilt auch heute – in unserer persönlichen Situation. Er will uns durch Personen und Ereignisse begegnen. Das kann ein unverhoffter Gruß in einem schwierigen Moment sein, ein Moment der Begeisterung, eine Begegnung mit einem guten Freund. Ich lade euch ein, selbst einmal nachzuspüren, wo auch ihr vielleicht in letzter Zeit einen Moment hattet, in dem ihr etwas von Ihm gespürt habt.
Wo hat Dich zuletzt etwas tief berührt?
Gab es eine Situation, in der Du gemerkt hast, dass er da ist und Du Dich von ihm getragen gefühlt hast?
Ihr seid nun eingeladen, solche Situationen auf ein Stück Holz/Papier zu schreiben und später in die Flammen zu werfen. Das Feuer wird heller als Symbol dafür, dass Er da war und mitten unter uns da ist.
Lied:
[Jetzt kann das Lied abgespielt werden. Den link dazu findest du weiter unten auf dieser Seite.]
Segen:
Ich bin da In das Dunkel deiner Vergangenheit
und in das Ungewisse deiner Zukunft,
in den Segen deines Helfens und
in das Elend deiner Ohnmacht
lege ich meine Zusage: Ich bin da.
In das Spiel deiner Gefühle und
in den Ernst deiner Gedanken,
in den Reichtum deines Schweigens und
in die Armut deiner Sprache
lege ich meine Zusage: Ich bin da.
In die Fülle deiner Aufgaben und
in die Leere deiner Geschäftigkeit,
in die Vielzahl deiner Fähigkeiten und
in die Grenzen deiner Begabung
lege ich meine Zusage: Ich bin da.
In das Gelingen deiner Gespräche und
in die Langeweile deines Betens,
in die Freude deines Erfolges und
in den Schmerz deines Versagens
lege ich meine Zusage: Ich bin da.
In die Enge deines Alltags und
in die Weite deiner Träume,
in die Schwäche deines Verstandes und
in die Kräfte deines Herzens
lege ich meine Zusage: Ich bin da.
von Paul Weismantel)
Nutzung mit Genehmigung des Autors