Impuls Mach mal Pause

 

Mach mal Pause

Dieser Impuls wurde im April 2023 veröffentlicht.
 
Kreuzzeichen:
Im Namen Gottes, der uns wie Vater und Mutter ist, im Namen Jesu, des Sohnes, und im Namen der Heiligen Geistkraft.
Erzählung:
Ich drehe meinen Kopf weg und schaue zu Boden. Ich merke, wie mir die Röte ins Gesicht steigt. Erst wird es auf Höhe meines Kiefers unangenehm warm, dann erreicht es meine Backen, meine Schläfen und schließlich meine Stirn. Hilfe, war das peinlich! Und jetzt sehen mir bestimmt alle an, dass es mir peinlich ist. Ich möchte im Boden versinken – Hauptsache, weg hier. Entkommen, bevor es noch schlimmer wird.
Liedvorschlag:
Gotteslob:  Meine engen Grenzen, GL 437 Str. 1,3,4
oder Kreuzungen: Meine Zeit steht in deinen Händen, K-Nr. 295 Str. 1-3
Moderation:
[Die Teilnehmenden werden gefragt, um welches Gefühl es hier ging.]
Mögliche Ergebnisse:
-          Scham
-          Rotwerden
-          Angst
-          Fluchtreflex
-          Abneigung/Abstoßung 
Lesung: Joh 13,4ff.
Da stand Jesus vom Essen auf, zog seine Kleider aus, nahm eine Schürze und band sie sich um. Dann goss er Wasser in die Schüssel und begann die Füße der Jüngerinnen und Jünger zu waschen und sie mit der Schürze, die er umgebunden hatte, abzutrocknen. Als er zu Simon Petrus kam, sagte der zu ihm: „Rabbi, du willst mir die Füße waschen?“ Jesus antwortete und sagte zu ihm: „Was ich mache, verstehst du jetzt nicht, du wirst es aber später begreifen.“ Petrus sagte zu ihm: „Du sollst mir bestimmt niemals die Füße waschen!“ Jesus antwortete ihm: „Wenn ich dich nicht wasche, gehörst du nicht zu mir.“ Simon Petrus sagte zu ihm: „Rabbi, wasche nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf!“
Liedvorschlag:  
Gotteslob: Vertraut den neuen Wegen, GL 860 Str. 1,3
oder Kreuzungen: Suchen und Fragen, K-Nr. 346 Str. 1,2,3
Überlegung Teil 1:
Zum freien Sprechen:
-          Für Petrus gibt es in der Situation keine gute Lösung.
-          Das Erniedrigen von Freund:innen und Vorbildern ist unangenehm.
-          Es gibt 2 Möglichkeiten:
1.       Vor Gott muss mir nichts peinlich sein
 
Zum Vorlesen:
Manchmal hat man eine richtige Pechsträhne; da mag einem irgendwie gar nichts gelingen. Ich gebe mein Bestes, mache sogar alles richtig und trotzdem ist hinterher alles falsch. Ich habe mir Mühe gegeben und trotzdem war ich nicht gut genug.
So ähnlich geht es Petrus in der Geschichte, die heute in den Gottesdiensten erzählt wird. Jesus bringt ihn nämlich in eine Situation, in der er nicht weiß, was er machen soll. Jesus will ihm die Füße waschen. Jemandem die Füße zu waschen, dass ist die Aufgabe eines/einer Sklav:in. Aber Jesus ist für Petrus so etwas wie ein/eine Freund:in, ein/e gute Lehrer:in, so etwas wie ein Vorbild. Von so jemandem möchte Petrus nicht die Füße gewaschen bekommen und ich selbst würde das auch nicht wollen. Ich will nicht, dass meine Freund:innen oder Vorbilder meine Diener:innen sind. Ich will nicht, dass sie Sachen machen, die für sie unangenehm sind. Mir persönlich wäre das peinlich. Und ich glaube, auch Petrus war das peinlich. „Rabbi, du willst mir die Füße waschen? Nein. Nicht du, niemals.“
Ich kann in der Geschichte zwei Möglichkeiten finden, wie man mit peinlichen Momenten umgehen kann. Die erste Möglichkeit kann man von Jesus lernen. Er sagt ja: „Gerade verstehst du nicht, was ich sagen will. Aber später wirst du sehen, dass es dir nicht peinlich sein muss, weil dir, wenn dich jemand liebt, nichts peinlich sein muss.“ Jesus zeigt uns eine Macht, die uns so lieb hat, dass man davor nicht im Boden versinken oder rot werden muss.
Gebet                  
Ich lade euch ein, mit mir zu dieser Macht zu beten.
[gemeinsam das Vater Unser beten]
Überlegung Teil 2:
Zum freien Sprechen:
2.       Wie Petrus einen Scherz machen
 
Zum Vorlesen:
Die zweite Möglichkeit kann man von Petrus lernen. Er muss sich seiner Scham stellen. Und das macht er mit einem Witz, er macht einen Scherz: „Wasche nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf.“ Wenn ich nicht im Boden versinken kann, obwohl ich es gerade gerne möchte, muss ich mir was anders überlegen, um aus der peinlichen Situation heraus zu kommen. Und da ist lustig sein eine gute Idee.
Gebet:
Ich lade euch ein, mit mir zu beten:
Gott, wir suchen nach dir, um Zeit mit dir zu verbringen. Wir suchen deine Nähe, obwohl wir wissen, dass du uns herausforderst und uns an unsere Grenzen bringst. Es kann Hoffnung geben, dass du in Jesus Christus Mensch geworden bist und dabei selber erlebt hast, wie sich Hilflosigkeit, Erniedrigung und Scham anfühlen. Ich bitte dich, denke und erinnere dich daran, wenn du uns etwas zumutest. Hilf uns, wenn wir durch schwierige Momente unseres Lebens gehen.
Amen.
Segen:
Und so segne uns Gott, bei der wir uns für nichts zu schämen brauchen. Vor der Schwäche und Angst nichts Schlimmes sind. Gott – Vater, Sohn und Heilige Geistkraft.
Liedvorschlag:  
Gotteslob: Da wohnt ein Sehnen tief in uns, GL 846 Str. 1,3,4
oder Kreuzungen: Herr, wir bitten komm und segne uns, K-Nr. 193 Str. 1-3
 
 
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